OKRs gelten als wirkungsvolles Instrument, um ambitionierte Ziele in kurzen Zyklen zu verfolgen, werden aber häufig missverstanden und falsch eingesetzt.
„Measure What Matters“ von John Doerr
Rezensionen: Kennen Sie…? | 01/2026
Measure What Matters von John Doerr ist ein Klassiker der OKR-Literatur. Das Buch beleuchtet die Entstehungsgeschichte von OKRs, erklärt die Logik der Methode gut nachvollziehbar, illustriert die Anwendung anhand zahlreicher Fallbeispiele und ergänzt das Ganze durch praktische Hinweise sowie ein kompaktes OKR-Playbook im Anhang.
John Doerr lernte die OKR-Methodik während seiner Zeit bei Intel kennen und trug später – unter anderem in seiner Rolle bei Kleiner Perkins, einer der bekanntesten Venture-Capital-Firmen – wesentlich dazu bei, dass OKRs in der Startup- und Tech-Welt breite Anwendung fanden, prominent auch bei Google.
Doerr beschreibt die „Superpowers“ von OKRs überzeugend: den Fokus auf wenige, entscheidende Ziele, die positive Wirkung auf Alignment und Zusammenarbeit, das konsequente Nachhalten messbarer Ergebnisse sowie den Anreiz, sich ambitionierte Ziele zu setzen. Neben diesen Prinzipien liefert das Buch konkrete Umsetzungshinweise, die besonders für Einsteiger hilfreich sind.
Die Theorie wird mit vielen Beispielen greifbar, u. a. die Anfänge von MyFitnessPal, die Steuerung der Gates Foundation oder Bonos ONE-Kampagne für Afrika. Die Beispiele werden Vertretern der Unternehmen beschrieben. Das macht sie lebendig, führt aber dazu, dass es sich ausschließlich um Erfolgsgeschichten handelt – teilweise mit einem werblichen Ton.
Kritisch ist anzumerken, dass Doerr OKRs mit einem missionarischen Eifer präsentiert, der wenig Raum für Reflexion und das Aufzeigen der Grenzen der Methode lässt. Auch der Vergleich mit anderen zielbasierten Systemen (z. B. Management by Objectives) bleibt eher holzschnittartig. Insgesamt entsteht dadurch leicht der Eindruck, OKRs könnten als primäres oder sogar einziges Steuerungssystem dienen. Aspekte wie strategische Grundlagen und die saubere Verzahnung mit Gesamtsteuerung, Controlling und Ressourcenallokation werden hingegen nur am Rand behandelt – Punkte, die für die Praxis in vielen Unternehmen entscheidend sind.
Fazit: Ein sehr guter Einstieg, um Historie und Grundprinzipien von OKRs zu verstehen. Den größten Nutzen ziehen Leserinnen und Leser aus den konzeptionellen Teilen; die zahlreichen Beispiele empfehle ich eher als „Buffet“ – gezielt auswählen und lesen, was einen besonders interessiert.
PAD|DA|XUM [Substantiv, neutrum, Plural Paddaxa]:
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