Nachhaltigkeit und ESG-Themen verlieren an Bedeutung, während Unternehmen sich in einer neuen politischen und wirtschaftlichen Lage mit Fragen diesbezüglich auseinandersetzen müssen.
Das neue Jahr, gute Vorsätze und der 80. Geburtstag
Paddaxum | 12/2025
Das neue Jahr: gute Vorsätze, die nicht umgesetzt werden
Der Jahreswechsel ist für viele eine Zeit der Reflexion und für gute Vorsätze. Typische Beispiele sind: mehr Sport treiben, gesünder essen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen.
Oft werden diese Vorsätze jedoch nicht umgesetzt. Die übliche Erklärung lautet: Der Alltag war zu voll, die Aufgaben zu dringend, man ist einfach nicht dazu gekommen.
Eine andere, etwas provokante Erklärung wäre: Vielleicht sind die gewählten Ziele zu klein, als dass sich die Mühe der Veränderung wirklich lohnen würde?
Welche Veränderung lohnt sich? Das Leben vom Ende her denken
Eine Antwort auf die Frage, welche Veränderung sich lohnen würde, könnte sein, so zu leben und zu wirken, wie man erinnert werden möchte. Das heißt, das eigene Leben vom Ende her zu denken.
Bevor wir dazu kommen, wie man sich dieser Frage praktisch nähern kann, lohnt ein kurzer Blick darauf, warum die gewünschte Erinnerung ein so starker Motivator ist.
Die meisten Menschen haben Angst vor dem Tod – sofern sie sich diesem Gedanken überhaupt stellen. Das körperliche Leben endet, Materielles verliert an Bedeutung („Das letzte Hemd hat keine Taschen.“) und ob es ein Leben danach gibt, hängt von persönlichen und religiösen Überzeugungen ab.
Die natürliche Reaktion ist dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, um so etwas wie „Unsterblichkeit“ zu erlangen: wer es sich leisten kann, schmückt eine Museum oder eine Stiftung mit seinem Namen. Andere schreiben Bücher. Und natürlich sind die eigenen Kinder (auch) ein Versuch, ewig zu leben.
Allen diesen Versuchen ist gemeinsam, dass andere Menschen sich an uns erinnern. Es ist ihre Erinnerung, die uns nach unserem Tod „weiterleben“ lässt.
Die Rede zum 80. Geburtstag
Wie findet man nun heraus, wie man erinnert werden möchte? Ein wirkungsvoller Weg ist, sich die Reden zum eigenen 80. Geburtstag zu wünschen, denn so viele Jahre danach werden nicht mehr kommen.
Stellen Sie sich diesen Tag konkret vor: Wer ist eingeladen? Wo möchten Sie Ihren Jubeltag feiern? Was gibt es zu essen und zu trinken?
Der nächste Schritt ist die Frage, von wem Sie sich eine Rede wünschen: von Ihrem (Ehe-)Partner, Ihren Kindern, Geschwistern, engen Freunden oder ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Wählen Sie drei Personen aus, die Ihnen besonders wichtig sind.
Nun stellen Sie sich jede dieser Personen vor und überlegen, was Sie sich wünschen, dass diese über Sie sagt. Vielleicht, dass Sie ein liebevoller Partner, ein geduldiger Vater oder eine verlässliche Schwester waren. Vielleicht, dass Sie ein guter Freund waren oder als Chefin ein Vorbild.
Notieren Sie sich die zentralen Aussagen dieser Reden. Anschließend arbeiten Sie die Essenz heraus: Für welche Werte, Eigenschaften und Handlungen möchten Sie erinnert werden?
Wie möchte ich erinnert werden:
ein PLAN–IST-Abgleich
Jetzt kommt der spannende und möglicherweise schmerzhafte Teil: der Abgleich zwischen der Erinnerung, die Sie sich für Ihren 80. Geburtstag wünschen, und Ihrem Leben heute.
Wer ein analytischer Mensch ist, kann das als SOLL–IST-Analyse formulieren. Wie Sie erinnert werden möchten: das ist der PLAN. Wie Sie heute leben und handeln: das ist das IST.
Wo PLAN und IST auseinanderfallen, entstehen wertvolle Hinweise darauf, was sich verändern sollte. Genau dort liegen die lohnenden Ansatzpunkte für echte Ziele im neuen Jahr – möglichst konkret formuliert.
Bedeutet das, dass die Veränderung leicht wird? Vermutlich nicht. Aber wenn der Alltag drängt, Sie müde sind oder auf Hindernisse stoßen, kann diese Frage helfen: „Was würde mein 80-jähriges Ich sich wünschen, dass ich jetzt tue?“
Und um Ihre Ziele wöchentlich zu reflektieren, gibt es ein schickes Tool, das ich im Abschnitt „Keine Paddaxum ohne ein Konzept“ vorstelle.
Anstatt eines Fazits: ein gutes neues Jahr
Von gut gemeinten Vorsätzen sind wir zum Nachdenken über den Tod, die gewünschte Erinnerung zu den eigenen Lebenszielen gekommen – Themen, die nicht ganz leicht sind.
Eine etwas leichtere und optimistische Sicht ist diese: sich vorzustellen, wie es wäre, wenn wir bereits heute so lebten, wie wir erinnert werden möchten. Wenn Werte und Handeln übereinstimmten. Wir könnten mit größerer Klarheit entscheiden, mit mehr Energie handeln und bewusster mit anderen Menschen leben – in freudiger Erwartung unseres 80. Geburtstags.
In diesem Sinne uns allen ein gutes neues Jahr!
Kein Paddaxum ohne Konzept: „My life in weeks“
Wie kann man regelmäßig reflektieren, wie gut das aktuelle Handeln und die gewünschte Erinnerung zueinander passen? Den meisten Menschen fällt es schwer, sich längere Zeiträume wie z.B. ein Jahr vorzustellen, geschweige denn die Zeit bis ans voraussichtliche Lebensende. Das Poster „My life in weeks“ hilft dabei, in dem es die vergangene und verbleibende Lebenszeit visualisiert. In den Spalten das Lebensalter in Jahren. In den Zeilen 52 Kästchen, die die Wochen des Jahres darstellen.
Hängen Sie das Poster an einem zentralen Ort auf, an dem Sie es regelmäßig sehen. Bei mir ist es die Tür des Arbeitszimmers. Am Ende der Woche malen Sie ein Kästchen aus und reflektieren die vergangenen 7 Tage. Wie hat das, was Sie getan haben, zur der Erinnerung, die Sie sich wünschen gepasst? Was wollen Sie vielleicht in der kommenden Woche ändern?
- Einige praktische Hinweise zur Vorbereitung
Poster mit dieser Struktur gibt es von verschiedenen Anbietern. Hier der Link zu dem, das ich verwende https://amzn.eu/d/doZpNA - Das Ausfüllen der Kästchen für vergangene Lebenszeit mit schwarzem Filzstift dauert, wenn man wie ich die 50 überschritten hat. Nehmen Sie sich Zeit dafür und überlegen, wie sich jedes Lebensjahr anfühlt. Zur Begleitung habe ich die Charts des jeweiligen Jahres gehört – zumindest für die 80iger.
- Für das voraussichtliche Lebensende kann man den 80. Geburtstag nehmen oder wenn man es genauer möchte, dass voraussichtliche Lebensalter mittels der Sterbetafeln des Statistischen Bundesamts recherchieren. Ab diesem habe ich die Kästchen mit Bleistift ausgefüllt. Bleistift kann man wegradieren, denn vielleicht gibt´s ja Bonusjahre jenseits der 80!
PAD|DA|XUM [Substantiv, neutrum, Plural Paddaxa]:
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